IM Osten, im Westen
nach einer Geschichte von Gerulf Pannach
Text+Regie: Reinhard Drogla
Ein Stück Deutschland für Jugendliche ab 16 Jahren
Wie lange muss „im Westen“ sein, um „IM Osten“ loszuwerden? Da glaubst du, dreimal gegauckt ist, wie niemals gespitzelt und dann das:
Neuer Schulleiter, neues Spiel, das ganze Kollegium soll sich nochmals überprüfen lassen. Und wenn es jetzt doch rauskommt? Alles hinter sich gelassen, den Staat, die Frau, die Freunde und jetzt das, fünf Jahre vor der Rente. Kann denn nicht endlich mal Schluss sein?
Gegenwart trifft Vergangenheit trifft Zukunft. Ein Lehrer, der 1990 aus seiner Heimatstadt weggegangen ist, kehrt nach Jahren zurück. Die Schule, in der er eingesetzt wird, wird von einem neuen jungen Schulleiter geführt. Plötzlich ist der Gedanke da, dass sich alle auf eine eventuelle frühere Stasi-Verstrickung überprüfen lassen sollen. Nicht alle Lehrer sind damit einverstanden. Manche aus gutem Grund, andere wollen ganz einfach endlich ihre Ruhe haben. Auch neues Misstrauen entsteht. So möchte die Partnerin des zurückgekehrten Lehrers jetzt wissen, ob er damals wirklich ihretwegen in den Westen gekommen oder ob ihm der Boden in seiner Heimatstadt zu heiß geworden war? Aus dieser Situation erwächst die Diskussion unter den Lehrern, in der teilweise schicksalhafte Beispielsfälle durchgespielt werden. Dabei gibt es viele Fragen, deren Beantwortung den perfiden Bewachungs- und Unterdrückungsapparat charakterisieren.
Wir wollen uns mit diesem Stück der Stasi-Problematik annehmen und versuchen sie für Jugendliche ab 16 Jahren greifbar zu machen. Keinesfalls soll es in unserer Inszenierung um Schuldzuweisungen und nachträgliche Verurteilung gehen. Viel eher möchten wir die gesellschaftlichen Umstände in der DDR beleuchten und Fragen der Bestechlichkeit, des Denunziantentums, der Struktur und Funktionalität des Apparates theatral aufarbeiten.
Es spielen: Heidi Zengerle, Anne Diedering, Werner Bauer, Hauke Grewe und Matthias Heine